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Janina Lebiszczak: "Ich will mir im Wechsel die Krone aufsetzen"

Die richtige Beratung kann in den Wechseljahren Leben retten. Danach kann man in der Lebensmitte nochmal so richtig durchstarten, meint die wechselweise-Redakteurin.

Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden. Bald werde ich 50 Jahre alt. Und ich habe diesbezüglich ein erklärtes Ziel: Zu meinem Geburtstag will ich gesünder, fitter und heißer sein als je zu vor. Weil jünger – das schaffe ich kaum. Call me oberflächlich, call me eitel. Aber der Mensch braucht ein Ziel und meines lautet „Fabulous Fifty“.  

Von diesem Plan habe ich bislang noch niemanden etwas erzählt, das tue ich erst jetzt. Die Erfahrung lehrt mich, dass große Ankündigungen Pläne oft ins Wanken bringen und unter den Menschen, die angeblich mitfiebern, viele Missgünstler zu finden sind. Aber jetzt ist es raus: Ich will mir selbst die Krone aufsetzen. Ich will mein Jubiläum voller Selbstliebe zelebrieren, dem „Runden“ seinen Schrecken nehmen und diesen sogar ins Gegenteil verkehren. Wir feiern immerhin das Venus-Jahr. Ich will also pure Liebe, von der Welt und von mir selbst. 

Empathielos: Als ich aufhörte etwas zu fühlen 

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Es mag Leser:innen, die mich und meine Publikationen näher kennen, jetzt vielleicht komisch vorkommen, dass gerade ich um Selbstliebe ringen muss. Man kennt mich als starke, wilde, konventionsbefreite und humorbegabte Frau, meistens in Balance, immer belastbar. Ein Gemüt wie ein Golden Retriever. Das änderte sich vor gut einem Jahr, im Frühling 2024 ziemlich drastisch. Eine überstimulierende Phase zugegeben, zwischen intensiven Produktionen, vielen Reisen und einem pikanten Privatleben. Manchmal sehe ich mir die Fotos von damals auf meinem Instagram-Account an. Ich strahle und lächle und gebe die gewohnte Frohnatur. Niemals würde man ahnen, wie es in mir drinnen aussah.  

Ich spürte nichts mehr, weder im Positiven wie im Negativen. Als hätte mir eine fremde Kraft jedwede Begeisterungsfähigkeit und Empathie genommen – doch die brauche zum Überleben, auch beruflich. Und da sich mein Berufsleben weniger über das liebe Geld definiert, sondern identitäts- und sinnstiftend ist: Nicht gut! Gar nicht gut! Ich geriet in einen Teufelskreis aus Schludereien, Schlampereien und schlechtem Gewissen, energielos, ohne Antrieb, ohne Plan. Ich erkannte mich nicht wieder. Ich hatte schreckliche Angst, dass dieser Zustand von Dauer sein könnte. Eine Horrorvorstellung.  

Wechseljahre? Dieser Kelch sollte doch an mir vorbeiziehen 

Bis ich darüber reden konnte, hat es gedauert. Und ich verstehe jede Frau, die eine gewisse Zeit braucht, um über ihren Schatten zu springen und sich zu „outen“. Deshalb betreue ich auf diesem Portal auch so gerne das Ressort „Mein Wechsel“. Wir Frauen sind einander die besten Vorbilder und Mutmacherinnen. Und ja, ich weiß es klingt skurril: Aber auf die Idee, dass mein seelischer Zustand mit den Wechseljahren zusammenhing – allein wäre ich nicht darauf gekommen. Ja, ich die Frauengesundheitsjournalistin. Die Tipps der Wechselweise-Chefredakteurin ignorierte ich anfangs geflissentlich. Fühllosigkeit als Symptom? Nichts von gehört. Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Gelenkschmerzen, ja. Aber niemals hätte ich mich hormonbedingt im siebten Kreis der Psycho-Hölle verortet. Und ja, ich gebe es zu: Auch ich gehöre zu jenen Frauen, die davon ausgehen: Dieser Kelch wird an mir vorbeiziehen. Wechseljahres-Beschwerden, das haben die andern. Und überhaupt: Als stolze Trägerin einer Hormonspirale, sollte ich da nicht zumindest mit Progesteron ausreichend versorgt sein? (Spoiler: Dem ist nicht so). 

Ab zur Expertin: In meinem Blut wollte ich Antworten finden 

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Also führte mich der Weg erstmal zum Blutbild-Machen und zur Mikronährstoffanalyse (LINK DANN AUF SUPPLEMENT GUIDE). Irgendetwas würde mir schon fehlen, in meinem Lebenssaft wollte ich Antworten finden. Das hat bereits funktioniert, als bei mir vor X Jahren eine Autoimmunkrankheit namens Hashimoto und damit eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert wurde (Ich supplementiere seitdem die notwendigen Hormone). Das funktionierte, als vor X Jahren (ohne in froher Erwartung zu sein) Milch aus meinen Brüsten tropfte und ein Prolaktinom entdeckt wurde, ein gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse. Der besteht aus Zellen, die das Milchhormon Prolaktin produzieren, daher der Name. Ich ließ ihn mir herausoperieren.  

Und nun? Saß ich im Behandlungsraum von Allgemeinmedizinerin, Ernährungswissenschaftlerin und Nährstoff-Expertin Julia Harl. Mal sehen, wohin die Reise diesmal gehen würde. Und Tatsache: Mir fehlte so einiges. Vitamin C (als Raucherin) drastisch – dabei war ich so stolz darauf, den Tag stets mit einem halben Liter Zitronenwasser zu beginnen. Aber auch bei Selen, Eisen und den B-Vitaminen war viel Luft nach oben. Ich ließ mich ein paar Mal an den Tropf hängen und supplementiere bis heute, sehr zugunsten von körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit. Ich kann es nur jedem raten. Supplements ziellos einwerfen ohne vorangegangene Mikronährstoffanalyse allerdings: nicht ratsam. 

Von der Mikronährstoffanalyse zum Progesteron 

Julia – ich bleibe beim Vornamen, mittlerweile sind wir Freundinnen – allerdings ging einen Schritt weiter. Sie stellte mir Fragen über mein seelisches Befinden (grauslich), über meine Gefühlswelt (welche Gefühle?) und meine Libido (stabil). Und dann sprach sie große Wort gelassen aus: Sie brauchen ein Antidepressivum. Nein, Scherz beiseite: Ich sei sehr wahrscheinlich am Anfang der Wechseljahre, und zwar in jener Phase, in der sich das Progesteron langsam verabschiedet. Ein Mangel war im Blutbild nicht zu festzustellen, aber alles, was ich schilderte, sprach dafür.  

Deswegen ist es mir wichtig zu betonen: Ein Hormonstatus allein – und damit auch die darin für den Moment festgehaltenen Werte – sagt noch nichts darüber aus, wie es einer Frau tatsächlich geht. Mir ging es beschissen. Julia verschrieb mir bioidentes Progesteron. Ich nahm es, oral, nicht vaginal. Und plötzlich ging das Licht wieder an, mein inneres Licht, meine Daseinsberechtigung, meine gesamte Ursprünglichkeit. Ich konnte wieder fühlen, war kreativ und belastbar.  

Ich bin bis heute unendlich dankbar dafür. Seit dieser einfühlsamen und ganzheitlichen Expertise bin ich wieder ganz ich selbst, sicherlich auch dank der Kombination von Supplements und viel Sport. Auch dafür liebe ich meinen Job bei wechselweise.net – es ist ein Privileg, mit den Besten der Besten zu arbeiten, mit Menschen, denen Frauengesundheit ein echtes Anliegen ist. Ich fühle mich durch Julia bestens betreut, nun begebe ich mich zusätzlich in die Hände von Gynäkologin und Wechselweise-Expertin Bibiana Kalmar. Wir haben nur ein Leben, es muss lebenswert sein. Wer mit fortschreitendem Alter nicht glücklicher wird, sollte an gewissen Stellen nachbessern, finde ich. 

Mehr Schaffenskraft: Von inneren und äußeren Werten 

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Deshalb darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass mich Julia auch zu jeder nur möglichen Vorsorgeuntersuchung verdonnerte – bis auf die bereits vereinbarte Koloskopie habe ich schon alle absolviert. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, wo man steht. Man bleibt handlungsfähig. Ich habe mir sogar überlegt, diesen neuen Alzheimer-Bluttest zu machen. Es ist ähnlich wie beim Brustkrebs-Screening: Wenn der Ernstfall eintritt, greifen Therapien besser im frühen Stadium. Aber wie eingangs geschildert geht es mir nicht nur um die inneren Werte: Ich rühre mir Collagen in den Kaffee fürs Hautbild, ich rühre mir Proteinpulver ins Jogurt für die Muskeln. Ich betreibe mindestens vier Mal die Woche schweißtreibenden Sport, denn Sport ist wie Sex oder eine gute Party eine unglaubliche Bereicherung für mich. Ich gehe einmal im Jahr zur Beauty Doc und lasse mit Botox in die Stirnfalten spritzen. Daraus mache ich keinen Hehl, wozu auch. Ich sehe außen gerne so aus wie ich mich innen fühle. Ich bin mit fast 50 am Höhepunkt meiner Schaffenskraft, meiner Ausstrahlung, meines Wissens, und wenn ich mich an einem guten Morgen im Spiegel betrachte: auch meines Sexappeals. Die Welt erscheint voller Möglichkeiten, voller Abenteuer. Wer hat uns bloß eingeredet, dass dem nicht so sei, dass es ab 30 nur mehr bergab ab geht?  

Bei Grenzüberschreitungen werde ich gnadenlos fuchsig 

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Und heute? Schleichen sich nach und nach weitere Wechsel-Symptome ein. Hüftschmerzen etwa, und einmal hatte ich bereits eine ordentliche Hitzewallung. Beim Würfelpokern. Sie kroch mir mit einer Wucht über den Leib, die ich nicht so schnell vergessen werde, innerhalb von Sekunden war ich schweißgebadet. Meine Schlafprobleme (ich wache stets gegen 4 Uhr morgens auf, weil ich pinkeln muss) haben sich seit der Progesteron-Ersatztherapie maßgeblich gebessert, dazu nehme ich L-Tryptophan, eine essenzielle Aminosäure, die die Schlafbereitschaft fördert.  

Nur das mit der Stimmung ist so eine Sache: Seitdem ich weder etwas fühlen kann, fühle ich sehr viel. Gegenüber Ungerechtigkeiten und Grenzüberschreitungen bin ich gnadenlos fuchsig. Ich kann so richtig schön ausrasten, das kenne ich von meinem früheren Ich so nicht. Eigentlich liegt es auf der Hand: Früher oder später werde ich auch auf bioidentes Östrogen setzen. Eher früher, weil ich im berühmten Window of Opportunity starten will. Eine rechtzeitige Hormonersatz-Therapie mit Östrogen hat Auswirkungen auf die frauengesundheitliche Prävention. Und ich habe keine große Lust auf Osteoporose. 

Wilde Augen in einem Gesicht voller Fältchen 

Und nun: die salbungsvollen Schlussworte. Wie bereits erzählt, betreue ich das Ressort Mein Wechsel und habe bereits mit unzähligen, völlig unterschiedlichen Frauen über ihre Reise, ihre Erkenntnisse gesprochen. Am Schluss stelle ich immer eine Frage: „Was ist das Schöne am Älter werden?“ 

Hand aufs Herz: ich finde wenig Negatives daran. Gut, die verbleibende Lebenszeit scheint nun begrenzter, anderseits kann es auch bereits mit 20 oder 40 vorbei sein. Und ja, es zwickt mal dort, mal da. Aber abseits davon: beste Erfahrung meines Lebens. Ich blicke in den Spiegel und sehe wilde, neugierige Augen in einem Gesicht voller Fältchen – also jenen, die beim Botoxen stehen lasse. Ich gehe zum Sport und bemerke unglaubliche Power, nie war ich so fit wie jetzt. Ich gehe tanzen und flirten und lachen und ziehe an, was mir in den Kram passt. Meine Arbeit geht mir meistens leicht von der Hand, und alles, was Leichtigkeit signalisiert, wirkt wie ein Aphrodisiakum auf bestehende und potenzielle Kunden. Ich kappe alles, was mich Kraft kostet, ohne mir etwas zurück zu geben. Ich bemühe mich um seelische und körperliche Gesundheit, ich sorge vor. Ich war sogar bei der Finanzberatung, um mehr Klarheit zu bekommen. Ich kenne meinen Wert, beruflich, privat. Ich bin immer noch ich. Nur besser.   


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