Fasten als Trend: Wie wir fasten können, ohne zu verzichten
Jede/r zweite hat sich für heuer vorgenommen zu fasten. Wir stellen aktuelle Fastentrends vor und wie der Nahrungsverzicht light unseren Körper von innen reinigt.
Fasten- und Ernährungsexpertin Dr. Ulrike Göschl: "Fasten kann Lust auf gesünderes, bewussteres Essen machen und führt damit längerfristig zu einer Reduktion des Gewichts." Foto: iStock/fotolgahan
Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit, und für die meisten Fastenwilligen bedeutet das, bestimmte (meist kalorienreiche) Nahrungsmittel wegzulassen. Ob Zucker-, Intervall-, Saft- oder Suppenfasten: Der freiwillige Verzicht auf Nahrung liegt seit Jahren im Trend. Unseren Körper freut das, denn grundsätzlich kommt unser Organismus wunderbar mit wenig(er) Essen aus. Medizinisch begleitet kann man sogar mehrere Wochen auf feste Nahrung verzichten.
Warum Fasten unserem Körper guttut
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Der Japaner Yoshinori Ohsumi gewann 2016 den Nobelpreis für Medizin, weil er die Mechanismen hinter der sogenannten Autophagozytose oder Autophagie entschlüsselte: Bekommt der Körper für mindestens 16 Stunden nichts zu essen, sondern nur Wasser, stellt er auf Ernährung von innen um. Dabei holt er sich Energie durch Zellrecycling, und der Stoffwechsel stellt sich darauf ein, in den Zellen gespeicherten Abfall abzubauen. Diese Selbstreinigung des Körpers ist ein wahrer Jungbrunnen: Er reguliert denBlutzuckerspiegel und baut Fettreserven ab. Manche ExpertInnen gehen sogar davon aus, dass der Prozess schon nach 12 Stunden einsetzt. Auch deshalb ist das so genannte Intervallfasten immer beliebter.
Positive Effekte bei Stoffwechselstörungen, Bluthochdruck und anderen Erkrankungen
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Fasten erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance, da es immer mehr wissenschaftliche Studien gibt, die die breite Wirksamkeit belegen. Fasten kann demnach bei Stoffwechsel- und Darmerkrankungen, Bluthochdruck, entzündlichen Erkrankungen und weiteren chronischen Erkrankungen Sinnvolles leisten. Zudem ist das Spektrum der Fastentechniken größer geworden, berichtet Prof. Dr. Andreas Michalsen, Professor für Klinische Naturheilkunde der Charité Berlin und Chefarzt der Abteilung Innere Medizin und Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin, der das österreichische Kurhaus Marienkron wissenschaftlich berät. In einer repräsentativen Umfrage erfasste das Kurhaus Trends rund um Gesundheit, Ernährung und Fasten.
Fasten heißt nicht Hungern – und ist auch keine Diät
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Fasten- und Ernährungsexpertin Dr. Ulrike Göschl ist leitende Kurärztin in Marienkron und weiß, dass bei bewährten Methoden der Fokus auf einer Änderung des Lifestyle und einem bewussteren, gesünderen Essverhalten liegt: Fasten kann Lust auf gesünderes, bewussteres Essen machen und führt damit längerfristig zu einer Reduktion des Gewichts. Fasten per se ist aber keine Abnehmdiät, sondern eine kurzfristige Intervention zur Gesunderhaltung und zur Lebensstiländerung für maximal zwei Wochen. Erst die langfristige Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten führt zum Abnehmerfolg. Hier ist oft eine Begleitung durch Expert:innen wie Diätolog:innen oder Ernährungsmediziner:innen hilfreich und sinnvoll.
Das sind die beliebtesten Fastenformen
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Um seinem Körper in der Fastenzeit etwas Gutes zu tun, muss man nicht hungern. Die Fastentrends 2024 zeigen Wege des bewussten Verzichts, die uns gut tun:
Fleischlos: Schon 7,5 Prozent der Menschen in Österreich ernähren sich vegetarisch oder vegan. Wer sich bewusst für eine fleischlose Ernährung entscheidet, kann austesten, wie gut sich gesunde Alternativen in den Alltag integrieren lassen und langfristig davon profitieren.
Abstinenz: 37,5 Prozent konsumieren weniger oder gar keinen Alkohol. In der Fastenzeit fällt das durch den fehlenden sozialen Druck oft leichter.
Intervallfasten: Mehr als die Hälfte der Befragten setzt auf Intervallfasten – auch als intermittierendes Fasten oder 16:8 Methode bekannt –, weil es sich gut in den Alltag integrieren lässt: Während acht Stunden darf gegessen werden, die übrigen 16 von 24 Stunden verzichtet man auf Nahrung. Wann die acht Stunden der Nahrungsaufnahme angesetzt werden, ist dabei egal. Acht Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags ist genauso gut wie 10 Uhr vormittags bis 18 Uhr abends. Intervallfasten setzt auf Autophagie. In der verlängerten Ruhephase wird der Darm entlastet und der Körper kann sich regenerieren. Das Bauchgefühl und der Schlaf verbessern sich überraschend schnell, so Dr. Göschl.
Suppenfasten: Beim Suppen- oder Saftfasten werden einzelne Mahlzeiten durch Flüssigkeit in Form von Suppe oder Saft ersetzt. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Säfte kalorienarm und auf Gemüse statt Obst basieren. Die vermehrte Aufnahme von Flüssigkeit kann den Körper zusätzlich entlasten und den Stoffwechsel anregen.
Mentale Begleitung erhöht die Erfolgsaussichten
Auch der Wunsch nach einer medizinischen und mentalen Begleitung beim Fasten wächst. 66,5 Prozent der Menschen wünschen sich laut Fastenumfrage Unterstützung und begleitende Therapien durch Ärzt:innen und Diätolog:innen. Diese sollte bei einem kompletten Nahrungsverzicht unbedingt in Anspruch genommen werden.
Prinzipiell gilt: Stimme dich vor einer längeren Fastenkur oder wenn du Medikamente einnehmen musst immer mit deinem Arzt oder deiner Ärztin ab.
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