Altersunterschied in der Liebe: Was ist dran am jungen Mann?
Perfect Match? Schauspielerin Sienna Miller ist über 40, ihr Freund 27. Ein Beziehungstrend der Schule macht – und ältere Männer früher unfruchtbar.
Alles begann auf einer Halloweenparty – nur gruslig war an dieser Begegnung rein gar nichts – im Gegenteil: Die britische Schauspielerin, 41 und ihr Schauspielkollege Oli Green, 27 haben gerade ihr erstes gemeinsames Kind bekommen. In einem Vogue-Interview brach Sienna Miller nun eine Lanze für die Liebe zum Youngster. Ich finde, jüngere Männer sind aufgeklärter, offener, herzlicher und weiser als ältere Partner – und noch dazu meistens frei von Vorurteilen gegenüber Frauen. Außerdem folgen Herzensangelegenheiten so und so keinen Regeln. Bei mir jedenfalls nie.
Weiser, offener: Junge Männer sehen uns auf Augenhöhe
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Angst vor dem Verlust ihres Herzblattes hat sie keine: Oli will aus ganzem Herzen mit jemandem zusammen sein, der älter ist. Er ist in einer Zeit aufgewachsen, in der Jungs als Folge der feministischen Bewegung ein größeres Bewusstsein für die Dynamik zwischen Männern und Frauen entwickelt haben und deshalb auch bessere Partner sind. Ich beobachte das auch bei Olis Freunden. Sie begegnen Frauen auf Augenhöhe und reduzieren sie nicht auf Sexualität. Vor 20 oder 25 Jahren gab dieses Verständnis noch nicht.
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Klingt nachvollziehbar. Doch während das Konzept "älterer Mann mit jüngerer Frau" völlig normal, sogar erstrebenswert erscheint, stößt das Gegenmodel oft auf Ablehnung. Vielleicht, weil Liebe selten aus weiblicher Sicht betrachtet wird: Für Frauen ist ein jüngerer Partner kein Kind-Ersatz, kein Statussymbol. Eine ältere Frau pfeift auf Halt und Sicherheit, denn das hat sie bereits selbst. Es geht um Aktivität, Agilität und Augenhöhe. Ein Beziehungstrend, der sich etabliert – Bestätigungen kommt (neben vielen anderen prominenten Beispielen) von Schauspiel-Kollegin Courtney Cox, 55, die ebenso gerne wie offen über ihr Beziehung zu dem 13 Jahre jüngeren Sänger Johnny McDaid spricht. Dieser ließ sich laut Cox auch nicht von den Wechselbeschwerden seiner Liebsten verscheuchen, die sie auf Instagram jüngst zum Thema machte: Hat sich euer Leben durch die Wechseljahre auch völlig verändert?, fragt sie und nennt Symptome wie Hitzewallungen, trockene Haut und kahle Stellen. Ich sage es ganz offen: Mich fressen Sie bei lebendigem Leib auf.
Die Partnerwahl und der Ursprung der Menopause
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Das muss nicht sein – jedenfalls nicht laut mathematischem Modell. Laut dem können Frauen mit ihrem Dating-Verhalten die Männer früher in Wechseljahre schicken und sogar für Unfruchtbarkeit ab einem gewissen Alter sorgen. Wie das? Während die gängige Meinung ist, dass Männer jüngere Frauen bevorzugen, weil sie fruchtbarer sind, legt ein kürzlich veröffentlichter Bericht zum Thema Partnerwahl und der Ursprung der Menopause nahe, dass genau diese Vorliebe dazu geführt hat, dass ältere Frauen überhaupt erst unfruchtbar wurden.
Der Computerbiologe Jonathon Stone von der McMaster University in Kanada erklärt das mathematische Modell, das hinter dieser Hypothese steht: Zunächst nahmen sein Team aus rechnerischen Gründen an, dass Frauen eine unendliche Kapazität für Fruchtbarkeit und Überleben hätten. Dann fügten sie nach und nach gängige genetische Mutationen in den mathematischen Mix ein und beobachteten, wie diese Veränderungen dazu führten, dass Frauen in die Menopause kamen und schließlich starben.
Die männliche Menopause wird zum evolutionären Ergebnis
Die Mathematiker:innen waren auch in der Lage, das Modell dahingehend zu verändern, dass es die Altersvorlieben der Partner berücksichtigt. Als sie das Programm mit mathematischen Tricks dahingehend anpassten, dass Männer jüngere Frauen bevorzugten, zeigten die Daten, dass das Ende der Fruchtbarkeit um bis zu 20 Jahre früher eintrat.
Das Phänomen, dass eine Frau am Ende ihres Lebens mehrere Jahrzehnte nicht mehr schwanger werden kann, gibt es in der Natur – bis auf wenige Ausnahmen – nur beim Menschen. Dieser Lebensabschnitt beginnt mit der Peri-Menopause, und deren Ursprünge haben die Wissenschaft jahrelang vor ein Rätsel gestellt. Bis vor kurzem hatten Evolutionsbiolog:innen den sogenannten Großmutter-Effekt" weitgehend akzeptiert, dieser besagt, dass die Wechseljahre für Frauen eine Möglichkeit wären, ihre Energien auf die Jüngsten im Clan zu konzentrieren.
Nun wird umgedacht. Stone dazu: Wenn wir davon ausgehen, dass alle Frauen sich mit jüngeren Männern paaren, wird die männliche Menopause das evolutionäre Ergebnis sein. Nun testen Mitglieder seines Teams diese Vorhersage an Fruchtfliegen, die sich schnell genug vermehren, um evolutionäre Veränderungen in kürzester Zeit zu verfolgen. Was bedeutet das für uns? Wenn dieses Modell stimmt und ältere Frauen beginnen, ältere Männer zugunsten jüngerer Partner zu meiden, könnte die männliche Menopause in tausenden von Jahren Realität werden.
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