Funkstille im Bett? Es könnte an einem Testosteronmangel liegen. Energielosigkeit, Kraftlosigkeit, Müdigkeit, depressive Verstimmung? Es könnte an einem Testosteronmangel liegen. Testosteron ist das federführende Hormon beim Mann und beeinflusst nicht nur Libido und Erektionsfähigkeit. Tatsächlich kann es viel mehr als gedacht. Das Hormon treibt im Körper des Mannes lebenswichtige Prozesse an. Sinkt der Spiegel, kommen Symptome zum Vorschein, die Mann weder will noch braucht.
Was ist Testosteron und welche Aufgaben erfüllt es?
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Testosteron ist das wichtigste und wirksamste Androgen – es gehört zu den Steroidhormonen und ist für eine normale männliche Entwicklung und für einen gesunden Organismus von Bedeutung. Die allgemeinen Funktionen von Testosteron:
- sorgt für die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale
- beeinflusst Libido, Potenz und Spermienreifung
- erfüllt wesentliche Funktionen im Muskel-, Fett- und Zuckerstoffwechsel
- schützt Herz und Gefäße
- ist mitverantwortlich für die Bildung und Entwicklung der roten Blutkörperchen
- regt die Talgproduktion an
Zudem hat Testosteron auch Einfluss auf die mentale Gesundheit:
- fördert Motivation und Antrieb
- wirkt positiv auf Stimmung und Selbstwertgefühl
- beeinflusst kognitive Fähigkeiten wie räumliches Vorstellungsvermögen und Sprachvermögen
Wo und wie wird Testosteron produziert?
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Testosteron entsteht zu 90 Prozent in spezialisierten Zellen im Hoden – den sogenannten Leydig-Zellen – und wird zu einem geringen Teil auch in den Nebennieren gebildet. Angeregt wird die Testosteronproduktion durch das Luteinisierende Hormon (LH), das Follikelstimulierende Hormon (FSH) hilft bei der Produktion der Spermien.
Im Körper wird Testosteron über die Zwischenstufen Pregnenolon und Androstendion aus Cholesterin gebildet. In weiterer Folge können die Steroidhormone Androstendion und Testosteron zu den Estrogenen Estron und Estradiol umgewandelt werden.
Wie lässt sich der Testosteronwert bestimmen und wann ist das sinnvoll?
Immer dann, wenn der Mann spezifische Beschwerden wie Libidomangel oder Prostatabeschwerden hat, aber auch Symptome, die sich schwerer einordnen lassen, wie depressive Verstimmungen und Erschöpfungssymptome, sollte der Testosteronspiegel gemessen werden. Generell gilt: Bei Männern mit hohem Bauchfettanteil sollte ein Hormonmangel abgeklärt werden!
Testosteron kann aus verschiedenen Körperflüssigkeiten wie Blutserum, Speichel oder Urin bestimmt werden:
- Speicheltest: Der Speichel (Saliva) hat eine gute Aussagekraft. Anders als im Blut liegen Hormone im Speichel fast ausschließlich – zu 95 Prozent – in freier Form vor. Beim Test werden die biologisch aktiven, freien Teile der Hormone ermittelt.
Wendet der Mann humanidente (bioidente) Hormone – unter anderem Estrogene oder Progesteron – transdermal an, sind Speichelkontrollen unerlässlich. Denn lipophile (fettlösliche) Hormone dringen über die Haut tief ins Gewebe ein. Sie sind daher im wässrigen Serum nicht nachweisbar.
- Bluttest: Der Bluttest gibt über den aktuellen Testosteronwert im Blut Auskunft. Um den Hormonstatus korrekt bestimmen zu können, sollte die Blutabnahme in der Früh – auf nüchternen Magen – erfolgen. Denn der Testosteronspiegel unterliegt einem zirkadianen Rhythmus und hat damit tageszeitliche Schwankungen. Gegen 8 Uhr am Morgen erreicht der Wert sein Maximum, am Abend ist er am niedrigsten.
Es wird empfohlen, neben dem Testosteron auch das SHBG (Sexualhormonbindendes Globulin) zu bestimmen. So kann der freie Androgen-Index berechnet werden und man bekommt eine Aussage über das frei verfügbare Testosteron.
Generell gilt: Serumwerte spiegeln nur eine Momentaufnahme wider. Zu beachten ist auch, dass der Anteil der freien Hormone im Serum nur bei 1 bis 5 Prozent liegt.
- Urintest: Im 24-Stunden-Sammelurin können die Hormone und deren Metaboliten (Stoffwechselzwischenstufen) erfasst werden. Es wird dabei gemessen, wie viel der Körper von bestimmten Substanzen ausscheidet. Bei einigen Erkrankungen des Hormonsystems kommt es zu einer vermehrten Ausscheidung von Hormonen und deren Stoffwechselprodukten im Urin.
Wie viel Testosteron braucht ein Mann?
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Ein Mann braucht so viel Testosteron, dass er sich vital fühlt und beschwerdefrei ist.
Sowohl für das Gesamttestosteron als auch für freies Testosteron gibt es Referenzwerte, die abhängig von Alter und Geschlecht sind. Werte können dabei immer nur eine Orientierung bieten. Sie schwanken außerdem von Labor zu Labor. Wichtiger als ein bloßer Wert ist demnach der Mensch samt seinem individuellen Empfinden.
Symptome eines erhöhten Testosteronspiegels
Bei einem Testosteronüberschuss kann es zu Blutzuckerproblemen, Kopfschmerzen, Angstzuständen, Reizbarkeit und Unfruchtbarkeit kommen.
Was Haut und Haare betrifft, zeigen sich häufig fettige Haut, Akne, überdurchschnittlicher Haarwuchs an Armen, Bauch und Beinen und Haarausfall am Kopf.
Symptome eines zu niedrigen Testosteronspiegels
Auf psychischer Ebene leidet häufig das Selbstwertgefühl und die Stressresistenz ist herabgesetzt. Betroffene Männer werden anfälliger, Depressionen und Ängste zu entwickeln. Auch Antriebslosigkeit, nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit und Müdigkeit können Folgen eines Testosteronmangels sein. Was das Urogenitalsystem anbelangt, zeigen sich häufig Prostatabeschwerden, Blasenschwäche und Potenzprobleme. Auch das Herz-Kreislaufsystem und die Knochen können von einem Testosteronmangel betroffen sein, etwa in Form von Herzbeschwerden, Bluthochdruck und Osteoporose.
Welche Auswirkungen hat das Alter?
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Zweifelsfrei ist das Alter ein Einflussfaktor. In Industrieländern sinkt der durchschnittliche Testosteronspiegel bei Männern ab dem 30. Lebensjahr. Jedoch bestimmen nicht nur das Alter per se Testosteronveränderungen, sondern auch Komorbiditäten – also Erkrankungen und Begleiterscheinungen des Älterwerdens. Ein Beispiel ist Adipositas: Männer mit einem BMI über 30 haben im Vergleich zu Männern mit Normalgewicht im gleichen Alter einen niedrigeren Testosteronspiegel. Auch chronische Entzündungen können die Testosteronproduktion beeinträchtigen.
Behandlungsmöglichkeiten bei Testosteronstörungen
Bei Hormonstörungen und -Dysbalancen können Mikronährstoffe, Phytotherapeutika sowie humanidente Hormone zur Wiedererlangung des hormonellen Gleichgewichts beitragen – durch eine kombinierte Anwendung ergeben sich synergistische Effekte.
Ziel jeder Behandlung ist es immer, das physiologische Gleichgewicht der Hormone wiederherzustellen. Dabei sollte nicht nur das Testosteron isoliert berücksichtigt werden, sondern das Zusammenspiel aller Hormone – also auch Estradiol, Progesteron, DHEA, Cortisol und nicht zu vergessen: die Hormone der Schilddrüse. Nicht nur auf die Hormonspiegel selbst ist zu achten, sondern auch, in welchem Verhältnis die Hormone zueinanderstehen.
Tipps für den Mann
- Ernährung: Empfehlenswert ist in jedem Fall eine Ernährung, die überwiegend frische Lebensmittel enthält. Zu bevorzugen sind regionale, saisonale und biologische Produkte. Ideal ist eine pflanzenbasierte, basische Kost mit viel frischem Obst und Gemüse und die Verwendung von hochwertigen Omega3-Ölen, wie Lein- oder Hanföl. Auf industriellen Zucker sollte möglichst verzichtet werden – ebenso auf Zusatzstoffe aller Art, wie Süß-, Farb-, Konservierungsstoffe. Auch die Aufnahme von Koffein, Nikotin, Alkohol und künstlichen Süßstoffe sollte möglichst vermieden werden.
- Sport: Ideal ist regelmäßiger, moderater Sport. Leistungssport kann sich kontraproduktiv auswirken. Gut sind 2 bis 3 Einheiten Kraftsport pro Woche, zusätzlich dazu Ausdauer-Workouts.
- Entspannung: Ganz wesentlich sind auch Maßnahmen zum Stressabbau, ein erholsamer Schlaf und eine erfüllte Sexualität.
- Meiden von endokrinen Disruptoren: Darunter versteht man hormonell aktive Substanzen, die in die Funktionskreise des Hormonsystems eingreifen. Endokrine Disruptoren können Hormone imitieren und eine Zellantwort auslösen oder als Hemmstoff Bindungsstellen blockieren: Endokrine Disruptoren beeinflussen die Konzentration im Körper vorhandener – endogener - Hormone, indem sie deren Synthese, Freisetzung, Transport oder Abbau verändern. Zu den EDC gehören unter anderem Bisphenol A (BPA), das in vielen Beschichtungen für Lebensmittelverpackungen enthalten ist, Phthalsäureester (Phthalate), die als Weichmacher für Kunststoff dienen, Pestizide und Herbizide sowie Industriechemikalien wie polychlorierte Biphenyle (PCB).
Fazit: Man(n) braucht Testosteron, um leistungsfähig und glücklich zu sein! Bei Unklarheiten oder fragwürdigen Symptomen sind Endokrinolog:innen, Urolog:innen und in Sachen humanidente Hormone geschulte Allgemeinmediziner:innen die besten Ansprechpartner:innen.
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